Pharma-Jobs werden immer spezifischer

Unternehmen setzen auf passgenaue Weiterbildung

 

Dass die Pharmabranche aufgrund der aktuellen Marktsituation strenger unter Bewerbern selektieren kann, verleiht der Fachqualifikation potenzieller Mitarbeiter eine noch höhere Bedeutung. Je besser jemand ausgebildet ist, desto eher kann er sich von der Masse an Mitbewerbern abheben.

 

Was unter „besser“ zu verstehen ist, hängt ganz vom Unternehmen ab: „Den Alleskönner-Referenten sucht heute fast niemand mehr. Jedes Thema braucht seinen eigenen Experten“, sagt Dominik Flener von HealthCareConsulting. Den Trend zur stärkeren Diversifizierung der Pharmajobs beobachtet das Beratungsunternehmen schon seit einigen Jahren.

 

An der fundierten Basis-Ausbildung als Voraussetzung für ein eng gefasstes Expertenwissen kommt man allerdings nicht herum. „Die Bachelor-Studiengänge führen Bewerber in kürzester Zeit zur praktischen Marktreife“, sagt Flener. Einsteiger müssen aber darauf gefasst sein, dass sie sich nicht lange auf dem Uni-Wissen ausruhen können. Die Einschulungszeiten sind kurz, Eigeninitiative ist von Anfang an gefragt.

 

Weil niemand ganz von selbst zum Experten wird, bilden viele Unternehmer ihre Mitarbeiter intern oder mit externen Beratern weiter. Auch Programme, in denen die Unternehmen einen Teil der Kosten für einen Masterstudiengang übernehmen, fördern die Ausbildung zum Spezialisten.
„Wichtig ist bei all diesen Maßnahmen, dass der fachliche Inhalt den Anforderungen des Unternehmens genügt“, sagt Flener. Bei einzelnen Masterstudien sinke aufgrund laxer Aufnahmekriterien aber die Qualität der Mitstudenten und damit auch die Qualität des Studiums. Denn je besser die Kollegen, umso größer werden auch die eigenen Erfolgsaussichten – auch auf einen Blick über den Tellerrand. Der schadet auch Experten nicht.

 

DerStandard, 15./16. Mai 2010